Zum ersten Mal seit 2011 konnte eine deutsche Athletin im Kajak-Einer den WM-Titel gewinnen. Die Müggelheimerin Pauline Jagsch folgt damit auf ganz große Namen des Kanusports wie Birgit Fischer und Nicole Reinhardt.
Dabei ist die Sportsoldatin vom SC Berlin-Grünau noch so jung, dass sie in diesem Jahr sogar bei der U23-Weltmeisterschaft hätte starten können. Stattdessen hat sie nun endgültig den Durchbruch in die absolute Weltspitze geschafft. Nach zahlreichen Weltcupmedaillen und gleich zwei EM-Titeln in diesem Jahr gelang ihr auf dem Maltasee im polnischen Poznań nun der bisher größte Erfolg ihrer Karriere.
Fünf Jahre nach ihrem ersten Rennen bei einer Junioren-Europameisterschaft auf derselben Strecke war spätestens nach dem Halbfinale klar, dass Pauline auch im hochkarätig besetzten WM-Finale zu den Medaillenkandidatinnen gehören würde. Von Beginn an setzte sie sich gemeinsam mit der Australierin Drobot vom restlichen Feld ab. Nach 250 Metern übernahm Pauline schließlich allein die Führung. Im Zielspurt kam die neuseeländische Weltrekordhalterin Aimee Fisher noch einmal gefährlich heran, konnte Jagsch die Führung aber nicht mehr nehmen. So sicherte sich Pauline sensationell den Weltmeistertitel vor Fisher. Drobot gewann zeitgleich mit Titelverteidigerin Anna Puławska Bronze.
Doch damit nicht genug: Zwei weitere Bronzemedaillen rundeten die überragende Weltmeisterschaft für Pauline ab. Im Kajak-Vierer fuhr sie gemeinsam mit Nele Reinwardt, Finja Hermanussen und Paulina Paszek auf den dritten Platz. Eine weitere Bronzemedaille folgte im Kajak-Zweier gemeinsam mit Paszek. Nach einer ernüchternden Weltmeisterschaft 2025 haben die deutschen Kajak-Damen um Pauline Jagsch eindrucksvoll gezeigt, wie schnell der Weg zurück an die Weltspitze gelingen kann.
Berliner Parakanuten ebenfalls in der Weltspitze
Auch die Berliner Parakanutinnen und Parakanuten konnten bei der Weltmeisterschaft große Erfolge feiern. Paralympics-Medaillengewinnerin Felicia Laberer vom SC Berlin-Grünau erkämpfte sich im Kajak-Einer über 200 Meter die Bronzemedaille. In ihrer Startklasse für Athletinnen mit körperlicher Beeinträchtigung musste sie sich lediglich ihren Dauerrivalinnen aus Großbritannien und Frankreich geschlagen geben.
In der II-Klasse für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung durfte sich Justus Günther über WM-Gold freuen. Der junge Sportler von Blau-Weiß Tegel ist damit seit mittlerweile vier internationalen Wettkämpfen ungeschlagen.
Bei den Damen gewann Joice Kreft vom Heiligenseer KC die Bronzemedaille. Unter schwierigen Bedingungen mit starkem Gegenwind und hohen Wellen musste sie sich lediglich einer Konkurrentin aus Kanada sowie einer deutschen Starterin geschlagen geben und krönte damit ebenfalls ihre erfolgreiche internationale Saison.
Schwierige Vorbereitung für die Canadier-Herren
Die Canadier-Herren vom SC Berlin-Grünau hatten im Vorfeld der Weltmeisterschaft mit Krankheiten und Verletzungen zu kämpfen. Erst kurz vor dem WM-Start stand endgültig fest, welche Besetzungen in Poznań an den Start gehen konnten.
Moritz Adam trat im Canadier-Zweier gemeinsam mit David Toepel an. Das neu formierte Duo verpasste – wie bereits die verschiedenen deutschen C2-Konstellationen zuvor in dieser Saison – den Einzug ins A-Finale und belegte im B-Finale den vierten Rang.
Conrad Scheibner und Tim Hecker gingen gemeinsam mit Nico Pickert und Florin Bange im Canadier-Vierer an den Start. Das Quartett erreichte das Finale und beendete die Weltmeisterschaft auf dem sechsten Platz.
Damit endet eine Weltmeisterschaft, bei der insbesondere Pauline Jagsch mit ihrem Titel im Kajak-Einer für eines der großen Berliner Ausrufezeichen sorgte – und gemeinsam mit den erfolgreichen Para-Athletinnen und -Athleten einmal mehr zeigte, dass Berlin im internationalen Kanusport ganz vorne mitmischt.
